
BGM Förderung: Welche finanziellen Fördermöglichkeiten gibt es für Unternehmen?
23.02.2026
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) kostet Geld – das ist Fakt. Was viele Unternehmen jedoch nicht wissen: Ein Großteil dieser Kosten lässt sich durch Fördermittel, Zuschüsse und steuerliche Vorteile reduzieren. Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Fördermöglichkeiten für BGM-Maßnahmen in Deutschland.
Was ist die steuerliche Förderung für BGM nach §3 Nr. 34 EStG?
Arbeitgeber können pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter bis zu 600 Euro pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei für Gesundheitsförderungsmaßnahmen einsetzen. Die Grundlage dafür ist §3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz.
Das bedeutet konkret: Leistungen bis zu diesem Betrag werden weder beim Arbeitnehmer versteuert, noch fallen Sozialversicherungsbeiträge an. Bei einem Unternehmen mit 50 Beschäftigten entspricht das einem jährlichen Förderpotenzial von bis zu 30.000 Euro.
Förderfähig sind Maßnahmen mit klarem Gesundheitsbezug, zum Beispiel Rückenkurse, Stressmanagement-Trainings, Ernährungsberatung oder zertifizierte Bewegungsprogramme.
Wie funktionieren Krankenkassenzuschüsse für betriebliche Gesundheitsförderung?

Gesetzliche Krankenkassen sind nach §20b SGB V verpflichtet, betriebliche Gesundheitsförderung finanziell zu unterstützen. In der Praxis bedeutet das: Unternehmen können für qualifizierte BGM-Maßnahmen Zuschüsse beantragen – häufig zwischen 150 und 300 Euro pro Teilnehmerin oder Teilnehmer und Kurs.
Gefördert werden Maßnahmen in vier Handlungsfeldern: Bewegungsförderung, gesunde Ernährung, Stressbewältigung und Suchtprävention. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen dem GKV-Leitfaden Prävention entsprechen und von qualifizierten Anbietern durchgeführt werden.
Da Mitarbeitende oft bei verschiedenen Krankenkassen versichert sind, empfiehlt es sich, mit mehreren Kassen gleichzeitig zu kooperieren. So lässt sich die Förderausschöpfung deutlich erhöhen.
Welche weiteren Förderprogramme gibt es für BGM-Maßnahmen?
BAFA
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert Unternehmensberatung für KMU. BGM-Beratung kann unter bestimmten Voraussetzungen über das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows" bezuschusst werden.
KfW
Die KfW bietet zinsgünstige Kredite für Investitionen in Arbeitsplatzbedingungen. Für größere BGM-Vorhaben – etwa ergonomische Ausstattung oder digitale Gesundheitsplattformen – können entsprechende Programme in Frage kommen.
Berufsgenossenschaften
Die gesetzlichen Unfallversicherungsträger bieten Beratungsleistungen, Schulungen und Materialien häufig kostenlos oder stark vergünstigt an – insbesondere zu Arbeitsschutz und psychischer Gesundheit. Ein direktes Gespräch mit der zuständigen Berufsgenossenschaft lohnt sich.
Du möchtest wissen, welche Fördermittel für dein Unternehmen konkret in Frage kommen?
Welche BGM-Maßnahmen sind förderfähig?

Förderfähig sind Maßnahmen, die nachweislich präventiv wirken und einem anerkannten Qualitätsrahmen entsprechen. Dazu zählen typischerweise: zertifizierte Rücken- und Entspannungskurse, Stressmanagement- und Resilienztrainings, betriebliche Suchtprävention, Ernährungsberatung und -workshops sowie Bewegungsprogramme mit klarem Gesundheitsbezug.
Nicht förderfähig sind dagegen reine Freizeitangebote, allgemeine Fitnessstudio-Mitgliedschaften ohne Kursbindung oder Maßnahmen ohne nachweisbaren Präventionsbezug. Ob ein Angebot die Kriterien erfüllt, lässt sich am GKV-Leitfaden Prävention oder an entsprechenden Zertifizierungen erkennen.
Häufige Fragen zur BGM-Förderung
Kann man BGM-Förderung rückwirkend beantragen?
In den meisten Fällen nein. Insbesondere Krankenkassen verlangen, dass Maßnahmen vor Beginn beantragt werden. Rückwirkende Förderung wird in der Regel abgelehnt.
Kann man mehrere Förderungen gleichzeitig nutzen?
Ja. Steuerlicher Freibetrag, Krankenkassenzuschüsse und BAFA-Förderung können grundsätzlich kombiniert werden. Eine sorgfältige Planung ist dabei entscheidend.
Was passiert, wenn die Dokumentation fehlt?
Ohne ausreichende Dokumentation – Teilnehmerlisten, Nachweise über Maßnahmen, Rechnungen – werden Förderanträge abgelehnt. Eine strukturierte Verwaltung ist daher Pflicht.
Gilt der Steuerfreibetrag auch für Remote-Mitarbeitende?
Ja, der Freibetrag nach §3 Nr. 34 EStG gilt grundsätzlich auch für Mitarbeitende im Homeoffice, sofern die Maßnahme die Voraussetzungen erfüllt.
Die 5 häufigsten Fehler bei der BGM-Förderung
Kein strategischer Rahmen: Einzelmaßnahmen ohne BGM-Konzept werden seltener gefördert als ein strukturiertes Gesamtprogramm.
Fehlende Dokumentation: Ohne Nachweise keine Auszahlung – vollständige Unterlagen sind Pflicht.
Zu späte Antragstellung: Förderanträge müssen vor Maßnahmenbeginn gestellt werden, nicht danach.
Nur eine Krankenkasse berücksichtigt: Eine Multi-Kassen-Strategie erhöht das Fördervolumen erheblich.
Steuerfreibetrag nicht ausgeschöpft: Wer die 600 Euro pro Person nicht nutzt, verzichtet auf erhebliche steuerfreie Leistungen.
Fazit

Deutschland bietet eine der dichtesten Förderlandschaften für betriebliche Gesundheitsförderung in Europa. Wer den steuerlichen Freibetrag, Krankenkassenzuschüsse und weitere Programme systematisch kombiniert, kann einen erheblichen Teil der BGM-Kosten durch Förderung abdecken.
Der Schlüssel liegt in der frühzeitigen Planung, sorgfältigen Dokumentation und einem strategischen BGM-Ansatz – nicht in Einzelmaßnahmen auf Zuruf.
Strong Partners unterstützt Sie dabei, BGM strukturiert aufzubauen und Fördermittel gezielt einzusetzen.