Zwei junge Frauen unterhalten sich gestikulierend

Wechseljahre am Arbeitsplatz: So integriert ihr Menopause in euer BGM

31.03.2026

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Keynotes

Stellt euch vor, fast 40 Millionen Arbeitstage gehen eurer Branche jedes Jahr verloren. Nicht durch Grippe, nicht durch Burnout, sondern durch einen biologischen Prozess, den ihr in eurem BGM schlicht nicht adressiert. Die Kosten dafür: rund 9,4 Milliarden Euro jährlich, berechnet von der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin auf Basis der ersten deutschlandweiten Studie zu Wechseljahrsbeschwerden am Arbeitsplatz.

Menopause am Arbeitsplatz ist kein Randthema mehr. Es ist eine Wirtschaftsfrage.

Der wirtschaftliche Schaden, den niemand bilanziert

Die HWR Berlin beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden durch Wechseljahrsbeschwerden auf rund 9,4 Milliarden Euro jährlich. Das entspricht fast 40 Millionen verlorenen Arbeitstagen. Diese Zahl kommt aus der ersten großangelegten deutschen Studie zu diesem Thema überhaupt. Sie ist nicht geschätzt, sie ist hochgerechnet: auf Basis realer Befragungsgrundlagen von über 2000 Frauen zwischen 28 und 67 Jahren.

Fast ein Viertel aller Befragten mit Wechseljahrssymptomen hat bereits Arbeitsstunden reduziert. Fast ein Drittel war deswegen krankgeschrieben oder hat unbezahlten Urlaub genommen. Mehr als jede sechste Befragte hat aufgrund ihrer Beschwerden die Stelle gewechselt.

Besonders brisant: Unter den Befragten über 55 Jahren gab fast jede Fünfte an, aufgrund der Menopause früher in Rente gehen zu wollen oder bereits gegangen zu sein. Genau die Altersgruppe also, die in euren Unternehmen oft die höchste Expertise, die stärksten Netzwerke und kritischsten Wissensträgerinnen stellt.

Was das konkret bedeutet: Jede dieser Frauen, die ein Unternehmen verliert, kosten im Schnitt das Anderthalbfache eines Jahresgehalts an Recruiting-, Einarbeitungs- und Wissenstransferkosten.

Warum Standard-BGM bei Wechseljahren versagt

Die meisten BGM-Programme in Deutschland folgen demselben Muster: Rückenschule, Stressmanagement, Gesundheitstage. Nichts davon ist falsch. Aber es adressiert die Realität von Frauen zwischen 45 und 60 Jahren nicht konkret. Klassische BGM-Strukturen wurden nicht mit dieser Zielgruppe im Blick entwickelt.

Was Wechseljahrsbeschwerden im Arbeitsalltag konkret bedeuten

74 Prozent der betroffenen Frauen berichten über Konzentrationsprobleme, 50 Prozent fühlen sich ungeduldiger oder gereizter. Das sind hormonell bedingte, medizinisch belegte Veränderungen, die täglich passieren: im Meeting, im Kundengespräch, in der Führungssituation.

Zwei Drittel der Betroffenen fühlen sich im Job eingeschränkt und sprechen trotzdem nicht darüber. Die Angst vor Stigmatisierung, vor dem Eindruck der Inkompetenz, vor dem Karriereknick hält sie davon ab.

Wenn euer BGM das nicht aktiv aufgreift, schickt ihr eure besten Mitarbeiterinnen alleine durch diese Phase. Das ist ein Steuerungsproblem.

Was Großbritannien deutschen Unternehmen gerade vorführt

Großbritannien ist in diesem Bereich fünf bis sieben Jahre voraus. Nicht weil britische Frauen andere Wechseljahre haben, sondern weil Unternehmen und Politik früher verstanden haben, dass es sich wirtschaftlich lohnt zu handeln.

In britischen Unternehmen hat sich ein konkretes Rollenmodell etabliert: Interne Botschafter:innen, oft aus HR oder dem mittleren Management, werden gezielt zum Thema Wechseljahre geschult und fungieren als erste Anlaufstelle für betroffene Kolleginnen.

25 Prozent der britischen Unternehmen haben laut YouGov bereits eine Menopause Policy mit konkreten Unterstützungsmaßnahmen. In Deutschland? Vereinzelte Vorreiter, sonst weitgehend Stille.

Immer mehr Unternehmen nutzen Zertifizierungen als „menopause-freundlicher Arbeitgeber“ gezielt im Recruiting, um sich im Wettbewerb um die Altersgruppe 50+ zu positionieren: Employer Branding mit handfestem ROI.

Praxiswissen direkt zum Mitnehmen

Viele Frauen erleben die Wechseljahre ohne ausreichendes Vorwissen und ordnen Symptome wie Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen oder Energieverlust nicht richtig ein. Unser Handout gibt Orientierung zu:

  • Welche hormonellen Prozesse in den Wechseljahren ablaufen und was das konkret bedeutet

  • Warum sich Schlaf, Energie und Stimmung verändern können

  • Wie Frauen sich in dieser Phase achtsam selbst unterstützen können

  • Erste Schritte zu mehr Selbstsicherheit in dieser Lebensphase

Menopause Policy im BGM: Was Frauen tatsächlich brauchen

Was die Forschung sagt

Laut der MenoSupport-Studie der HWR Berlin wünschen sich Betroffene vor allem: Schulungen für Führungskräfte (76 %), eine unterstützende Arbeitsatmosphäre (73 %), flexible Arbeitszeiten (73 %) und betriebliche Gesundheitsangebote (65 %).

Bemerkenswert: Die Top-Wünsche kosten kein großes Budget. Sie kosten Haltung, Kompetenz und strukturelle Konsequenz.

Ein pragmatischer Drei-Stufen-Ansatz für euer BGM

Stufe 1: Aufklären (sofort umsetzbar) Führt interne Informationsveranstaltungen durch: nicht nur für betroffene Frauen, sondern explizit für Führungskräfte und Teams. Rund 68 Prozent der befragten Frauen wünschen sich, dass Wechseljahre am Arbeitsplatz kein Tabu mehr sind. Impulsvorträge zum Thema Frauengesundheit beispielsweise bieten dafür einen erprobten Einstieg.

Stufe 2: Strukturen anpassen (mittelfristig) Flexible Arbeitszeiten für Tage mit akuten Beschwerden, angepasste Arbeitsumgebungen mit besserer Belüftung oder kühlen Rückzugsräumen, Schulungen für Führungskräfte zur Sensibilisierung ohne Stigmatisierung. Vieles davon ist keine große Investition, es erfordert vor allem den Willen, das Thema ernst zu nehmen.

Stufe 3: Menopause Policy verankern (strategisch) Eine schriftlich fixierte Policy schafft Verbindlichkeit und Rechtssicherheit. Ohne klare Betriebsvereinbarungen drohen Diskriminierungsklagen, Know-how-Verluste und Einflüsse auf ESG-Ratings. Wer das ignoriert, riskiert mehr als Fluktuation.

FAQ: Was HR-Manager:innen zum Thema Menopause am Arbeitsplatz wissen müssen

Ist Menopause am Arbeitsplatz ein Diskriminierungsthema? Ja, potenziell. Wer Mitarbeiterinnen aufgrund von Wechseljahrssymptomen benachteiligt, bewegt sich im Bereich des AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Eine strukturierte Policy schützt euer Unternehmen.

Ab wann sollte BGM das Thema adressieren? Früher als ihr denkt. Die Perimenopause beginnt oft bereits Ende Dreißig, lange vor den klassischen Symptomen. Wartet ihr bis zur Menopause selbst, habt ihr bereits Jahre ohne Unterstützung verschenkt.

Was kostet eine Menopause Policy im BGM? Der Einstieg beginnt mit internen Ressourcen: Aufklärungsformaten, Führungskräfteschulung, Richtlinienanpassungen. Ein strategischer BGM-Partner kann gemeinsam mit euch Formate entwickeln, die direkt in eure bestehende Gesundheitsstrategie integrierbar sind. Ohne Neustart von null.

Gilt das nur für große Unternehmen? Nein. Die Handlungsempfehlungen richten sich explizit auch an kleine und mittlere Unternehmen und sind mit praxisnahen Ansätzen umsetzbar.

Wie Strong Partners euch dabei stärkt

In unserer Arbeit mit Unternehmen sehen wir immer wieder dasselbe Muster: Das Bewusstsein für das Thema wächst, aber der Weg von der Erkenntnis zur konkreten Maßnahme bleibt unklar. Genau hier setzen wir an.

Als strategischer BGM-Partner begleiten wir euch dabei, Menopause nicht als Einzelmaßnahme, sondern als integralen Bestandteil eurer Gesundheitsstrategie zu verankern. Mit Keynotes, on- und offline, mit Workshops für Führungskräfte oder Mitarbeitende, mit Gesundheitstagen.

Das Ziel: Dass eure erfahrensten Mitarbeiterinnen nicht still leiden oder still kündigen, sondern in der Phase ihrer höchsten Kompetenz die Unterstützung bekommen, die sie verdienen und die euer Unternehmen stark hält.

Bereit, den ersten Schritt zu machen? Lasst uns gemeinsam analysieren, wo euer BGM heute steht und welche Maßnahmen für euer Unternehmen den stärksten Effekt haben.