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Mentale Gesundheit im Betrieb stärken: 5 BGM-Maßnahmen gegen Fehlzeiten

09.02.2026

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Workshops

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Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen erreichen in Deutschland ein neues Rekordniveu. Laut DAK-Psychreport 2025 verzeichnet das Jahr 2024 rund 323 Ausfalltage pro 100 Versicherte durch Depressionen, Anpassungsstörungen und andere psychische Belastungen. Besonders alarmierend ist nicht nur die steigende Zahl der Krankmeldungen, sondern auch deren durchschnittliche Länge.

Die Gründe für diesen Trend sind vielfältig: zunehmender Stress, steigender Leistungsdruck, wirtschaftliche Unsicherheiten, Kriegs- und Krisenzeiten sowie Mehrarbeit belasten Mitarbeitende zunehmend. Für Unternehmen bedeutet das hohe wirtschaftliche Kosten, reduzierte Produktivität und sinkende Mitarbeiterzufriedenheit.

Modernes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) setzt genau hier an: Es bietet Lösungen, um die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden zu stärken und Fehlzeiten langfristig zu reduzieren.

Warum mentale Gesundheit im BGM?

Psychische Gesundheit ist heute einer der wichtigsten Faktoren für die Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit von Mitarbeitenden. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Psychische Erkrankungen führen nicht nur zu häufigen, sondern auch zu besonders langen Ausfalltagen.

Aktuelle Zahlen: Fehlzeiten durch psychische Erkankungen

Laut DAK-Psychreport 2025 sind die Fehlzeiten aufgrund psychischer Belastung auf einem historischen Höchststand:

  • 323 Ausfalltage pro 100 Versicherte (2024)

  • Durchschnittlich 3,23 Krankheitstage pro Mitarbeiter:in pro Jahr

  • Überdurchschnittlich lange Ausfallzeiten (>35 Tage pro Fall)

  • Steigende Tendenz seit 2010

Was kostet psychische Belastung Unternehmen?

Die wirtschaftlichen Folgen psychischer Belastung sind erheblich:

  • Direkte Kosten: Lohnfortzahlung nach Tagessätzen bei Fehlzeit

  • Indirekte Kosten: Produktivitätsverlust, Mehrarbeit für Kolleg:innen, Recruiting

  • Fluktuation: Unzufriedene Mitarbeitende kündigen häufiger

  • Employer Branding: Negative Auswirkungen auf die Arbeitgeberattraktivität

5 Gründe für mentale Gesundheitsmaßnahmen im Betrieb

Implementierung von Mental Health Maßnahmen ins betriebliche Gesundheitsmanagement bringt messbare Vorteile:

  1. Prävention und Stressmanagement: Vorbeugen ist besser als heilen. Präventionsangebote helfen Mitarbeitenden, gesund mit Stress umzugehen und psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen.

  2. Fehlzeiten reduzieren und verkürzen: Durch gezielte Maßnahmen lassen sich Krankmeldungen verhindern oder deren Dauer verkürzen, was für Unternehmen direkt Kosten spart.

  3. Steigerung von Produktivität und Engagement: Mitarbeitende, die mental unterstützt werden, sind motivierter, kreativer und arbeiten effizienter.

  4. Employer Branding und Mitarbeiterbindung: Unternehmen, die mentale Gesundheit ernst nehmen, gelten als attraktive Arbeitgeber. Dies wirkt sich auf das Recruiting und die langfristige Mitarbeiterbindung aus.

  5. Integration in die Unternehmenskultur: Mentale Gesundheit sollte in Unternehmenskultur und Führungskultur verankert sein, damit offene Kommunikation und nachhaltige Maßnahmen möglich werden.

Die 5 wirksamsten BGM-Maßnahmen für mentale Gesundheit

Diese fünf Maßnahmen haben sich in der Praxis als besonders effektiv erwiesen:

Workshops zu mentaler Gesundheit von Mitarbeitenden

Praxisnahe Trainings zum Thema Stressmanagement, Resilienz und Achtsamkeit am Arbeitsplatz vermitteln Mitarbeitenden konkrete Werkzeuge für den Umgang mit Belastungen. Diese Workshops können sowohl in Präsenz als auch online durchgeführt werden und bieten:

  • Wissenschaftlich fundierte Methoden zur Stressbewältigung

  • Praktische Übungen für den Arbeitsalltag

  • Austausch in der Gruppe

  • Langfristige Verhaltensänderungen

Keynotes & Impulsvorträge zur Sensibilisierung

Kurze, inspirierende Vorträge schaffen Bewusstsein für mentale Gesundheit und brechen Tabus. Impulsvorträge eignen sich besonders, um:

  • Das Thema in die Breite zu tragen

  • Erste Impulse für Verhaltensänderungen zu geben

  • Niedrigschwellig alle Mitarbeitenden zu erreichen

  • Online schnell und effektiv umsetzbar

Aktive Pausen als Prävention

Kleine Bewegungs- oder Entspannungsübungen während des Arbeitstags stärken die körperliche und mentale Gesundheit. Aktive Pausen:

  • Reduzieren Stress im Moment

  • Fördern Konzentration und Produktivität

  • Sind einfach in den Alltag integrierbar

  • Kosten wenig Zeit (10-20 Minuten)

Gesundheitstage zum Thema Mental Health

Events, die Mitarbeitende für mentale Gesundheit sensibilisieren und präventive Angebote erlebbar machen. Gesundheitstage bieten:

  • Vielfältige Angebote an einem Tag

  • Niedrigschwelligen Zugang zu Themen

  • Teambuilding-Effekt

  • Signalwirkung: Unternehmen nimmt Gesundheit ernst

Führungskräftetraining: Psychische Belastung erkennen

Führungskräfte lernen, psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und Mitarbeitende gezielt zu unterstützen. Diese Trainings vermitteln:

  • Frühwarnsignale psychischer Belastung

  • Gesprächsführung bei sensiblen Themen

  • Gesunde Führung als Prävention

  • Eigene Resilienz stärken

Strong Partners unterstützt bei der Implementierung und Durchführung praxisnaher Maßnahmen, die sowohl Mitarbeitende als auch Führungskräfte einbinden. Hier geht’s zu unserer Leistungsübersicht.

So gelingt die Implementierung von Mental Health Maßnahmen

  • Offene Kommunikation: Schafft ein Umfeld, in dem Mitarbeitende über Belastungen sprechen können.

  • Freiwillige Angebote: Zwingen funktioniert nicht – Angebote sollten freiwillig und niedrigschwellig sein.

  • Finanzielle Unterstützung: Viele Programme können durch Förderungen (z.B. durch Krankenkassen) unterstützt werden. Ihr habt Fragen dazu? Meldet euch hier

  • Regelmäßige Anpassung: BGM-Maßnahmen sollten flexibel an neue Entwicklungen und Feedback angepasst werden.

  • Erfolgskontrolle: Kennzahlen wie ROI-BGM und Mitarbeiterbefragungen zeigen, welche Maßnahmen Wirkung zeigen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur mentalen Gesundheit im Betrieb

Wie viel kosten BGM-Maßnahmen für mentale Gesundheit?
Die Kosten variieren je nach Maßnahme. Viele Angebote werden durch Krankenkassen gefördert.

Werden Mental Health Maßnahmen von Krankenkassen gefördert?
Ja, viele Krankenkassen fördern präventive BGM-Maßnahmen nach Paragraph 20a SGB V. Die Förderhöhe liegt oft bei 500-1000 Euro pro Maßnahme.

Ab wann lohnt sich Mental Health BGM?
Mental Health BGM lohnt sich bereits bei wenigen Mitarbeitenden. Es werden Fehlzeiten reduziert und die Produktivität wird gesteigert, unabhängig von der Teamgröße.

Wie messe ich den Erfolg von Mental Health Maßnahmen?
Erfolgsmessung über: Fehlzeitenquote, Fluktuation, Mitarbeiterbefragungen zu Zufriedenheit, Teilnahmequote an Maßnahmen und ROI-Berechnungen.

Was sind die ersten Schritte für Mental Health im Betrieb?
Beginne mit Sensibilisierung durch einen Impulsvortrag, führe eine anonyme Mitarbeiterbefragung durch und trainiere Führungskräfte im Erkennen psychischer Belastungen. Diese drei Schritte bilden ein solides Fundament.

Wie schaffe ich eine offene Kultur zum Thema mentale Gesundheit?
Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen, das Thema enttabuisieren und regelmäßig thematisieren. Anonyme Angebote wie EAP (Employee Assistance Programs) senken die Hemmschwelle zusätzlich.

Fazit

Psychische Gesundheit ist heute einer der häufigsten Gründe für Fehlzeiten und damit ein signifikanter wirtschaftlicher Faktor für Unternehmen. Die Relevanz dieses Themas muss aktiv gefördert werden, weg vom Tabu, hin zu offener Kommunikation und gezielten Präventionsmaßnahmen.

Unternehmen profitieren langfristig, wenn sie vielfältige, freiwillige Maßnahmen einsetzen und die mentale Gesundheit systematisch in ihr betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) integrieren. Die Investition zahlt sich aus – nicht nur in Euro, sondern auch in zufriedeneren, produktiveren und loyaleren Mitarbeitenden.

Fragen zu Mental Health Maßnahmen? Kontaktiere uns!